„Dichtestress“ – Unwort des Jahres 2014

Gabi Lauper Richner für zeitschrift linksag

67% der AargauerInnen sagten Ja zum revidierten Raumplanungsgesetz, also Ja zu Verdichtung statt Ausdehnung des Baugebietes. Nun geht es an die Umsetzung.

 

Als Gemeinderätin und Vorsitzende der Regionalplanung Lebensraum Lenzburg Seetal befasse ich mich intensiv mit diesem Thema. Eine höhere Bevölkerungsdichte bedeutet für viele Gemeinden eine starke Veränderung, Mehrfamilien- statt Einfamilienhäuser. Zudem sind bereits heute Ortsdurchfahrten bewohnerfeindlich, bleiben PendlerInnen im Stau stecken oder nutzen Schleichwege - also Dichtestress?

Meines Erachtens hat Dichtestress eher mit unserem hektischen Alltag und mit der Art unserer Bebauung zu tun. Neue Einfamilienhäuser stehen auf 450 m2 Land. Palisaden schützen unsere Privatsphäre, damit wir in der Freizeit abschalten können. Wir kapseln uns immer mehr ein.

Das Gegenrezept heisst Lebensqualität schaffen, also Wohnformen, welche trotz höherer Dichte Privatsphäre gewähren, aber auch Freiräume für Begegnungen und Erholung.

Ich setze mich daher ein für:

       Attraktive Gemeinden mit sozialer Verantwortung

       Rücksichtsvolle Mobilität

       Vielfältige, naturnahe Landschaften